Meine Hawaii-Vorbereitung lässt sich in einem Wort zusammenfassen: PERFEKT. Ich flog genau 5 Wochen vor dem Raceday nach Texas um in The Woodlands den letzten Trainingsblock zu absolvieren und mich gleichzeitig zu akklimatisieren. Ich hatte das Glück, eine tolle Gastfamilie und mit Markus Thomschke, Boris Stein und Patrick Lange eine super Trainingsgruppe zu haben. Die Einheiten liefen wie geschmiert und die Zeit verging rasend schnell. Wir absolvierten viele Radausfahrten oder Schwimmprogramme, die Schlüsseleinheiten waren aber größtenteils individuell. Die gemeinsamen Abendessen oder Mittagssnacks waren eine willkommene Abwechslung und oftmals überhaupt nichts mit Triathlon oder Kona zu tun. Das war gut, denn ansonsten war im gesamten Jahr dieser Tag X omnipräsent. Alles war auf die WM ausgerichtet und ich fieberte von Tag zu Tag mehr darauf hin. 

Allerdings war in meinem Hinterkopf auch die Vorfreude auf die baldige Saisonpause. Nur noch 3 Wochen, nur noch 2 Wochen, nur noch …. Dann hast du es geschafft. Dann kannst du zeigen, wie stark du geworden bist und dann endlich die Beine hochlegen. So der Plan. Doch es kam anders. Am 5. Oktober, also 8 Tage vor Raceday kam ich auf Big Island an. Gemeinsam mit meinem Betreuer, Physiotherapeuten und All-in-one-Man Robin Olschewski bezog ich das Quartier. Auch die Tapering-Phase verlief super. Ich konnte erneut gut mit der Hitze umgehen und die Beine blieben locker. Am Freitag vor dem Rennen spulte ich meine Vorbelastung ab und fühlte mich sehr gut. Ich glaubte, dass das ein richtig guter Wettkampf werden könnte. Die Müdigkeit am Rennmorgen verging schnell. Dann hieß es schnell zum Bodymarking und dann ab in die Wechselzone das Rad checken. Dummerweise hatte es in der vergangenen Nacht stark geregnet und so wollte ich in Ruhe noch einmal alles durchgehen. Um 6:30 Uhr kam der fast erlösende Kanonenschlag und es ging auf die 3,8km Schwimmen. Mein Ziel, die große Verfolgergruppe zu halten, gelang mir bis zum Wendepunkt. Dann allerdings zog sich die Gruppe stark auseinander und ich verlor etwas den Überblick. Dies führte auch am ehesten dazu, dass ich 4 min nach der Gruppe um Kienle und Wurf aufs Rad stieg. Und dann fing das ganze Schlamassel an. Die ersten 10 Kilometer konnte ich gut Druck machen, die Beine waren ok. Danach merkte ich wie mein Magen/Darmtrakt rebellierte. Alles war zunehmend aufgebläht und ich konnte die Aeroposition nur schlecht halten. Ich versuchte zunächst ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen. Es wurde aber immer schlimmer.Ich konnte nicht mehr tief einatmen und die Wattzahlen treten, die sonst kein Problem darstellen. Hinzu kam Übergeben und solche Krämpfe, dass ich es nur noch rollen lassen konnte. Bei km 63 standen dann Robin und meine Frau Kristina und mir blieb nichts anderes übrig als komplett erschöpft auszusteigen. Zunächst fühlte es sich an wie ein Weltuntergang. Obwohl ich es eigentlich seit mehreren Kilometern wusste aber dann war es so unumgänglich und so endgültig. Es war so ziemlich das Schlimmste passiert, was ich mir ausgemalt hatte. Ich konnte meine Leistung nicht abrufen. Die ganze Mühe, die vielen Trainingsstunden, die vielen Entbehrungen, die Opfer, die Freunde und Familie gebracht haben – alles umsonst. Das musste ich erstmal verdauen. Und das dauerte einige Tage. In der Natur des Menschen liegt es, Ursachenforschung zu betreiben. Ich ging alle Eventualitäten durch. Bis heute weiß ich jedoch leider nicht, warum es zu diesen Bauchkrämpfen kam. Zusammenfassend muss man sagen: Das ist Sport. Und natürlich hätte es noch schlimmer kommen können. Ich hätte zum Beispiel ernsthaft verletzt sein und gestürzt sein können. Es schmerzt dennoch sehr, dass es genau an diesem Tag, in diesem Rennen zum DNF kommen musste. Wir hatten danach noch einige erholsame Tage auf Hawaii und meine obligatorische Post-Race-Erkältung ist auch schon da. Ich habe mir fest vorgenommen, wieder auf Hawaii an den Start zu gehen. Am liebsten 2019. Erste kleine Pläne bezüglich Wettkampfplanung wurden schon geschmiedet. 

Ich möchte auch noch auf diesem Weg den vielen Supportern und Sponsoren danken, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben.

 

Euer Marc 

One thought on “Manchmal kommt es so ganz anders als gedacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.