Hätte mir jemand vor 4 Wochen gesagt, wie schnell diese Zeit in Texas vorbeigehen würde, ich hätte ihm wahrscheinlich den Vogel gezeigt. 28 Tage, geprägt von fokussiertem Training und schließlich gezieltem Tapering, die in einen (fast) perfekten Wettkampf mündeten. Die Grundvoraussetzung für diese effektive Zeit war ein perfektes Homestay. Meine Gasteltern Randall und Nancy Smith taten alles, meinen Trainingsalltag zu unterstützen und sorgten für ein echtes „Zu Hause sein“-Gefühl. Bereits 3 Tage nach meiner Ankunft stand der Ironman 70.3 Galveston auf der Agenda. Mit meinem 6. Platz bin ich zwar nicht so sehr zufrieden, wohl aber mit meiner Leistung im Schwimmen und Radfahren. Beim Laufen hat mir die unglaublich schwüle Hitze dann den Stecker gezogen und ich wurde an 4. Position liegend auf 6 durchgereicht. Dennoch fehle nur eine Minute aufs Podium und das stimmte mich sehr positiv. Ich wusste, dass eine der Hauptaufgaben für die nächsten Tage, die Akklimatisierung sein würde. Meine initiale Angst, völlig auf mich alleine gestellt zu sein (mein Trainingspartner hatte verletzungsbedingt abgesagt), stellte sich als unbegründet heraus. Daniel und Michi Herlbauer, Maja Stage Nielsen und ich bildeten eine kleine europäische Trainingsgruppe und konnten viele gemeinsame Kilometer im Becken und auf den Straßen abspulen.  Auch tat es gut anschließend den einen oder anderen Kaffee zu trinken oder ein Steak zu grillen. Und schon stand der Ironman Texas vor der Tür – mein erster Saisonhöhepunkt. Die Leistungsdichte im Profifeld der Männer war immens. Das flößte mir Respekt ein, dennoch wusste ich, dass auch ich fit sein würde. Ich erwischte einen (fast) optimalen Tag. Noch nie war es mir bislang gelungen, in der Spitzengruppe mit zu schwimmen. Mit nur 37 Sek Rückstand auf Harry Wiltshire, den schnellsten Schwimmer aus Kona 2016 kam ich aus dem Wasser. Das Radfahren war dann auch solide. Eine riesige Gruppe hatte sich gebildet, um Andrex „Starky“ Starykowicz  (vergeblich) zu jagen. Ich merkte schnell, dass wir bummelten aber ein Wegkommen war unmöglich. Bei km 145 passierte mir ein richtiger Anfänger-Fehler. Im Wiegetritt schaltete ich „hinten“ und schaffte es, die Kette vom großen Blatt zu werfen und so zu verbiegen, dass diese nicht mehr rund lief. Die letzte Stunde auf dem Rad wechselten die Gänge auf dem Ritzel leider von alleine. So konnte ich zwar weiter fahren, aber die Gruppe war weg und ich verlor wertvolle Zeit. Super ärgerlich. Als 14. wechselte ich auf die Laufstrecke. Und da waren sie, die leichten Beine, das super Gefühl. Gepusht von meinen neuen amerikanischen Fans an der Laufstrecke startete ich die Aufholjagd. Die ersten 10km waren etwas zu schnell aber ich kam gut durch. Und da lief er vor mir, der 9. Platz und ich lief auf ihn auf und überholte ihn. Leider hatte Callum Millward noch ein paar Körner mehr. 1km vor dem Ziel setzte er zum „Sprint“ an und da war bei mir jedoch die letzte Glut erloschen. Als 10. überquerte ich die Ziellinie in 8:07:25 Std. Eine Traumzeit aber leider 2 Plätze hinter der Traumplatzierung (Konaranking!).
Mein Glückwunsch an Matt Hanson, Ronnie Schildknecht und Tyler Butterfield – abartige Leistungen, die die Jungs abgeliefert haben.
Danke an Michi, Dani und Maja für die kurzweiligen Einheiten und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der amerikanischen Exklave.
Danke Randall, Nancy, Holly, Jean, Andrew und allen Supportern vor Ort und euch allen vor den Bildschirmen.
Danke an Julian für das perfekte transatlantische Management.
Jetzt heißt es für mich:  Beine hoch und dann die restlichen Punkte sammeln.
Euer Marc

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