Am Sonntag, den 8. Juli war es endlich soweit – mein zweiter Saisonhöhepunkt: Langdistanz in Roth. Eigentlich stand einem erfolgreichen Wettbewerb nichts im Weg. Ich fühlte mich top vorbereitet. Die kleineren Wadenprobleme 3 Wochen zuvor waren vergessen und ich konnte die letzten harten Einheiten gut hinter mich bringen. Auch die Tapering-Phase verlief planmäßig, sodass ich mich wirklich gefreut habe, in Roth zu starten. Schon auf dem Weg zum Parkplatz wurde klar, dass der Spruch „Roth ist Triathlon, Triathlon ist Roth“ absolut zutreffend ist. Bereits um 5 Uhr morgens hatten sich hunderte Fans auf der Brücke über den Main-Donau-Kanal dicht gedrängt versammelt, um den Schwimmstart und die ersten Radkilometer zu erleben. Wie immer ging dann alles ganz schnell: Rad checken, Neo an, ab zum Start. Gedrängel, Startschuss, GO!
Um es kurz zu machen: Das Schwimmen lief super. Ich konnte mich einer passenden Gruppe anschließen und kaum glauben, dass meine Uhr eine „51“ zeigte, als ich aus dem Wasser kam. Optimale Voraussetzungen für den weiteren Rennverlauf. Die erste von zwei 90km-Runden lief richtig gut. Ich schloss zu altbekannten Kollegen auf und konnte bis auf Platz 16 vorfahren. Die Stimmung an der Radstrecke war überwältigend. Am Solarer Berg absolutes Tour de France-Feeling. Leider fingen dann die Probleme an. Der plötzlich heftige Wind von vorne und seitlich brachte mich immer mehr zum Verzweifeln. Ich bekam keinen Druck mehr auf die Pedale und die Beine fühlten sich wie Pudding an. Die Fahrer in meinem engeren Umfeld waren zwar mit der gleichen Problematik konfrontiert, schienen aber besser damit klar zu kommen. Ich verlor wertvolle Minuten und mir wurde immer klarer, dass selbst eine Spitzenleistung im nachfolgenden Marathon nicht ausreichen würde, die gewünschte Zielzeit zu erreichen. Meine Gedanken kreisten immer um das eine Thema: du hast jetzt noch einen Marathon zu laufen und wirst auf jeden Fall unter deinen Möglichkeiten bleiben. Du hast monatelang auf diesen Tag hingearbeitet und es wird nicht so ausgehen, wie geplant. Woher soll man da die Motivation für die restlichen Stunden des Wettkampfs  nehmen? Ich wechselte als 17. zum Laufen. Die ersten 15km konnte ich noch einigermaßen an meinem geplanten km-Schnitt dranbleiben, doch spätestens bei der Halbmarathon-Marke, machte sich der Kampf auf dem Rad bemerkbar. Bei km 30 musste ich zwei Athleten, mit denen ich gelaufen war, und später auch noch andere ziehen lassen. Die Schmerzen wurden nicht besser. Kurz vor Ende holte mich Rachel Joyce, die erste Frau ein. Meine Zielzeit war schließlich 8:45:08. Damit war ich Gesamt 21., (Weitere Ergebnisse hier).
Ja, deutlich unter 9 Stunden und ja, eine deutliche Verbesserung gegenüber Frankfurt und Hawaii aber nein, ich bin nicht zufrieden. Auch wenn das, vor allem für Außenstehende, unbegreiflich scheint, aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, hart dafür arbeitet und dieses Ziel zusätzlich noch realistisch ist, ist es sehr enttäuschend, wenn man scheitert. Vor allem, weil ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiß, warum es mir in der zweiten Radrunde plötzlich so schlecht ging. Falsche Energieversorgung während des Rennens? „ einfach nicht mein Tag“?
Zusammenfassend war Roth aber in jeder Hinsicht eine lohnenswerte Erfahrung. Ein Wettkampf vor dieser Kulisse- der Hammer! Danke an alle, die den weiten Weg nach Roth gefahren sind, um mich zu unterstützen!
Mein Plan für die nächste Zeit: nach 1-2 Wochen Ruhe bzw. leichtem Training beginnt im weitesten Sinn schon die Vorbereitung für mein nächstes großes Ziel: Ironman Florida am 3. November 2012. Auf dem Weg dorthin werde ich noch einige kleinere Wettkämpfe in der Region machen. Ich freu mich drauf…

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